Zur Geschichte

In Sachsen Anhalt gibt es Verwaltungsgerichte als eigenständige Gerichtsbarkeit erst seit 1992. Ende der Achtziger Jahre wurde in der DDR zwar ein begrenzter Rechtsschutz gegen Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung vor den Verwaltungskammern der Kreisgerichte geschaffen. Allerdings erlangte diese Möglichkeit in der Praxis keine Bedeutung.

Der wirkliche Rechtsschutz vor Verwaltungsgerichten wurde erst im Juli 1990 eingeführt. Die Aufgaben der Verwaltungsgerichtsbarkeit wurden Sachsen-Anhalt nach der Wiedervereinigung entsprechend den Regelungen im Einigungsvertrag zunächst durch Kammern für Verwaltungssachen bei den Kreisgerichten Magdeburg und Halle und in zweiter Instanz durch die Senate für Verwaltungssachen beim Bezirksgericht Magdeburg wahrgenommen.

Da für die neuen Aufgaben der Verwaltungsgerichtsbarkeit in den neuen Bundesländern kaum Richter vorhanden waren, wurden für diese Gerichtsbarkeit erfahrene Richter aus den alten Bundesländern und junge, gerade ausgebildete Richter neu eingestellt. Als erstes der neuen Bundesländer hat Sachsen-Anhalt zum 1. Februar 1992 den Aufbau einer eigenständigen Verwaltungsgerichtsbarkeit abgeschlossen.